Highlights

Hier finden sie tiefergehendere Infos zu Einzelaktionen der Rathaus-Spiele – nach und nach füllt sich die Seite weiter, denn wir sind bis zur Eröffnung und darüber hinaus am Weben, Bauen, Kuratieren…

Spektakel

Die Tagesshow

Fr. 12.9., 17h | Sa 13.9., 17h | So 14.9., 11h | Fr. 19.9., 17h | Sa 20.9., 17h | So 21.9., 11h

Freitag bis Sonntag gibt es im Rahmen der Rathaus-Spiele einen prall gefüllten Kessel Buntes aus der weiten Welt des großen Alltags. Hier treffen die Sektkorken der Tagespolitik und die Chefredaktion der Oderberger Tribüne als humoristische Miniaturen auf einen farbenfrohen Revuenummern-Mix aus Musik, Tanz, absurden Performances und Showeinlagen. Clowns schauen dem Volk aufs Maul, spielen Quiz mit der Wahrheit und rumpeln gemeinsam mit dem Publikum beim Rangel-Rodeo um die Wette, um sich am Ende mit guter Laune in den Armen zu liegen. Für Groß und Klein gleichermaßen geeignet.

(Foto: Pedro Deltell – Motiv: Ratsversammlung bei den Rathaus-Spielen Oderberg 2023)

Dialograum Marktplatz

Neue Bühnen für Pflanzen, Gewässer und Kulturen der Landnutzung

Freitag, 19.9.25, 14 – 17 Uhr

Wieso ist es so schwierig, das Aussterben von Pflanzen, das Umkippen von Gewässern oder die akuten Probleme von Bauern und anderen Landnutzern in die Headlines von Nachrichten zu bekommen, zum Thema zu machen? Wieso werden Fachjournale, Alltagsmedien wie Radio oder Tageszeitungen und Theaterräume als Silos wahrgenommen, denen viele misstrauen? Wo finden Künstler*innen wie Wissenschaftler*innen neue öffentliche Räume der Kommunikation, Plattformen für die drängenden Fragen, die sie bearbeiten? Wie kommt man dabei in direkten Kontakt mit der Praxis der Landnutzer und der Kultur des alltäglichen Zusammenlebens? Wo können Kunst, Wissenschaft und Journalismus voneinander lernen, Synergien entwickeln, sich ergänzen? Welche Mittel benötigten sie dafür, wo gibt es vielleicht welche? 

In innovativen Austauschformaten auf dem Marktplatz Oderberg treten Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Landnutzer*innen und Journalist*innen in mehrstündigen Dialog. Ihr gemeinsames Anliegen: Sichtbarkeiten für Belange von Pflanzen, Gewässern und Formen der Landnutzung zu erhöhen, neue Publika und Bühnen für diese zu denken und eingeladenes wie zufällig passierendes Publikum in den Dialog miteinzubeziehen. Ihr Ziel: in diesem Sinne Szenarien der Zusammenarbeit der verschiedenen Perspektiven anzudenken, frei zu skizzieren.

Im Anschluss an die Aktion findet DIE TAGESSHOW (17h) statt, die am heutigen Tag in einem Schwerpunkt künstlerische Beiträge zum Thema präsentiert, und daraufhin folgt die Tanzperformance QUELLEN DES LEBENS (18h15) als performativer Spaziergang entlang Oderberger Quellen.

U.a. mit Susanne Winter (Leiterin der Verwaltung des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin), Dörthe Eickelberg (langjährige Arte-Modertorin Wissenschaftsformat Xenius), Liz Erber (Choreografin für Global Water Dances und Leiterin KuNaKu – Haus für Kunst, Natur und Kultur in Oderberg), Uwe Rada (taz-Autor sowie Oder- und Spreebiograph), Andreas Oppermann (rbb Leiter Studio Frankfurt), Sophia Schwan (Klimareporterin der Moz), Susanne Altvater (Juristin im Bundesumweltamt), Martin Krüger (Förster und Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute), Dorothé Jansen (Dr. der Kulturwissenschaft, Performerin, Autorin) und Annika Stadler (Producerin & Dramaturgin, u.a. Tanz weit draußen, Tanzinitiative Brandenburg).

Ein Projekt von KuNaKu – Haus für Kunst, Natur und Kultur in Kooperation mit der Verwaltung des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin und dem bundesweiten Netzwerk „tanz weit draußen„, im Rahmen des Fest der Oderberger Quellen und Global Water Dances. Die Aktion wurde durch Aktion Brandenburg, lokale Agenda 21 gefördert.


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Volksbühnenband (Foto: Jürgen Gebhardt)
(Foto: Jürgen Gebhardt)

Konzert

Volksbühnenband

Freitag, 12.9.25, 18:15 Uhr

Die Taz-Berlin schrieb mal, dass diese Band einem Roadmovie entsprungen sein könnte… Mit ihren Cover-Versionen aus Jazz, Soul, Rhythm and Blues, eigenwilligen musikalischen Arrangements , insbesondere für die drei Sängerinnen der insgesamt 8-köpfigen Truppe, dreht die Volksbühnen-Band ganz schön auf und heizt so richtig ein. Die Band ist wild und charmant, lässig und unberechenbar. Man möchte den Abend fingerschnippend verlassen. Beteiligte Bühnenkünstler*innen, Mitarbeitende der Gewerke und Gäste der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz haben der Band im Laufe der letzten Jahre ihren ganz eigenen Sound verpasst.
Musikalische Leitung: Sir Henry

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Katharina Franck & Werner Neumann (Foto: Jana Gross)
(Foto: Jana Gross)

Konzert

Katharina Franck & Werner Neumann

MOMENTAUSNAHMEN der geteilten Freude

Samstag, 20.9.25, 18:15 Uhr

Katharina Francks aktuelles Liveprogramm, welches sie gemeinsam mit dem E-Gitarristen Werner Neumann präsentiert, besteht aus Songs, über die sie Texte geschrieben hat, und Texten, die zu Songs wurden. Neben Klassikern der RAINBIRDS und den gesungenen und gesprochenen Popsongs ihrer Solo-Alben, werden auch Coverversionen zu hören sein, die in der Biografie der Musikerin ihre Spuren hinterlassen haben. Dazwischen sorgen Cut-Ups und Gedichte aus ihrem Buch MOMENTAUSNAHMEN für angemessene Verwirrung oder bringen Licht ins Dunkel.

Werner Neumanns warmer, weicher E-Gitarrenklang, seine Musikalität und sein großes Spektrum an Changes und Melodiebögen, trifft auf eine Musikerin, die „auch zu ein paar rostigen Löffeln singen könnte und dabei tief berührt“. Ihre gegenseitige künstlerische Zugewandtheit und Offenheit für abenteuerliche musikalisch-lyrische Kadenzen, schenkt dem Publikum einen immer wieder überraschenden und höchst kurzweiligen Abend.

Die 1963 in Düsseldorf geborene Sängerin und Songwriterin Katharina Franck wuchs in Portugal und Brasilien auf, wo sie mit ungefähr 12 Jahren anfing, erste Songs zu schreiben. Die Autodidaktin ist bisher an rund 18 Albumreleases maßgeblich beteiligt und als Interpretin auch für andere Songwriter in Erscheinung getreten. Ihr Evergreen „Blueprint“, den sie mit der von ihr gegründeten Band RAINBIRDS bekannt gemacht hat, feierte 2023 sein 35. Radiojubiläum und wurde nachträglich für die über 250.000 verkauften Exemplare mit GOLD ausgezeichnet. Im Oktober 2024 ist Katharina Franks erstes Buch „MOMENTAUSNAHMEN der Jahre 1984 bis 2023“ bei moloko + erschienen. Im November erschien Coverversion von der „Ballade des Preußischen Ikarus“ auf dem Album WOLF BIERMANN RE:IMAGINED – Lieder für Jetzt! von ihr und Paul Eisenach.

Der Gitarrist Werner Neumann ist 1964 in Duisburg geboren, hat Musikwissenschaften und Jazzgitarre in Köln und in Arnheim in den Niederlanden studiert und hält derzeit eine Professur an der HMT Leipzig inne. Er unterhält mindesten drei Bands mit eigenen Kompositionen in unterschiedlichen Stilen, darunter WENET, Drei Vom Rhein und MEAN, und spielte mit Richie Beirach, Wolfgang Schmids Next Kick, Napoleon Murphy Brock, Jocelyn B. Smith, Wolf Maahn, Anke Engelke, den Heavytones und mit vielen anderen mehr.

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Die spontan gebildete Rathaus-Kapelle zum Bal Folk (c) Polina Tatsenko

Ball

BAL FOLK – TANZ AUF DEM MARKTPLATZ

mit eigens gegründeter Kapelle und Blitztanzkursen

Samstag, 13.9. 18:15

„Bal Folk“ – ein Zusammenkommen auf öffentlichen Plätzen, ein Tanzen nach alter Musik und traditionellen Regeln, die aber frei interpretiert, gebrochen, durch andere Stile ergänzt werden – erlebt heute in Frankreich eine neue Welle.Wir bringen diese neue Tradition nach Brandenburg. Angeleitet von Choreorafin Liz Erber lernen wir in schnellem Schwung Kettentänze, Reihtänze, Paartänze, die sofort umgesetzt werden – begleitet von einer spontan fürs Festival 2025 zusammenkommenden kleinen Kapelle.
Die Musik hat naturgemäß (Frankreich ist immer ein Einwanderland gewesen) neben bretonischen, provenzalischen oder burgundischen Wurzeln auch Einflüsse aus polnisch-ukrainischer Polka, Wiener Walzer oder schottischen Céilí-Formationen.

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Bildcollage (c) Catharina Amann

Installation

Lesesalon Gerhart Hauptmann

von Uwe Diebel und Catharina Amannn

Öffnungszeiten während der Hauptzeiten der Rathaus-Spiele, werden hier noch genauer kommuniziert

Stell dir vor, du trittst ein in einen Raum voller Vergangenheit: das schwere Biedermeiersofa, der große Barschrank, Intarsien im Tisch, alte Lampen. Alles Originalmöbel des Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann – ein Mini-Museum, ein Gruß aus der Vergangenheit, zum Eintauchen.

Dass wir diese Installation realisieren können, ist ein Geschenk. Gleichzeitig wurde das Budget um fast 2/3 reduziert – der Anspruch aber bleibt derselbe. Was folgt, ist ein ständiges Austarieren: zwischen künstlerischer Idee und finanzieller Realität, zwischen dem, was wir uns wünschen, und dem, was machbar ist.
So sind es nicht Schauspieler*innen, die Hauptmanns Texte lesen, sondern KIs, die seine Worte sprechen. Ein Lesesalon zwischen sinnlicher Nähe und digitaler Distanz – und ein stiller Kommentar dazu, wie Kultur heute zustande kommt: getragen von viel Engagement, aber oft unter Bedingungen, die Kulturschaffende an Grenzen der Möglichkeiten bringen.

Erzählcafé

Weinblätter: aufgerollte Heimat
Geschichten von Verlust und Neuanfang in Oderberg

Wir würden uns freuen, Euch in einer Jurte auf dem Marktplatz zu intimen Geschichten über das Verlassen der Heimat, um ein neues Zuhause in Oderberg zu finden, begrüßen zu dürfen. Während wir Weinblätter füllen und rollen, tauschen wir Geschichten aus der ganzen Welt aus, die alle ihren Treffpunkt in Oderberg finden. Aktuelle und die von Eltern, Großeltern. Grausame und herzrührend-schöne. Erwartet, erstaunt zu sein, erwartet, bewegt zu werden, erwartet, euer Herz zu erweitern! Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit Mitgliedern unseres Oderberger Sprachencafés, die gern auch Fluchtgeschichten anderer Kreise hören möchten. Die Weinblätter werden im Anschluss zum Anstoß der Eröffnungszeremonie der Spiele gereicht.

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Tanztheater

Quellen des Lebens

performativer Spaziergang entlang Oderberger Quellen

Freitag, 19.9., 18:15

Der Festzug führt vom Marktplatz zu Quellen unter Gebäuden, in privaten Gärten und im Naturraum. Die Performance zeigt choreografische Beiträge, die im Spiegel der einzelnen Quellen im Juni 2025 während einer Residenz im KuNaKu Oderberg entstanden sind. Regisseurin Erber: „Das Stück erzeugt Sensibilität und Nähe zum Wasser. Mit performativen Mitteln lenken wir die Aufmerksamkeit auf die Sinne: Was hören wir? Was riechen und spüren wir? Die Welt der Natur, von der wir eigentlich ein Teil sind, ist immer da, aber sie ist still. Wir wollen mit Mitteln der Kunst unsere Kanäle neu justieren, um sie zu verstehen, um in ihrem und unserem Sinne handeln zu können.“


Konzept und Choreografie: Liz Erber in Zusammenarbeit mit den Beteiligten Tanz/ Performance: Keya Mosso Art, Liz Erber, Dorothée Jansen, Uta Kühn, Noriko Mazda Kura, Heiko Michels, Lucia Peters, Heike Rocher, Maria Rutanen, Andrew Wass Musik und Sprache: Heiko Michels (Gitarre), Sabine Raacke (Harfe), Saskia Baumgart (Gesang, Oceantrommel), Manfred Forstreuter (Geige) Kostüme: Mido Kawamura Technik und Support: Tom Timmerhoff. Gefördert durch Tänzer ohne Grenzen e.V., EWE Stiftung, Kulturstiftung Sparkasse Barnim, Landkreis Barnim und KuNaKu. Die Wiederaufnahme ist gefördert durch Aktion Brandenburg. Ein KuNaKu Projekt und Teil der „Global Water Dances“ – eine weltweite Tanz- & Umweltbewegung um das Thema sauberes Wasser für Alle.

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Theater

Oderberg, was geht?

Sonntag, 21.9., 15 Uhr

Theatraler Spaziergang mit Vereinen, Gruppn, Initiativen und Akteuren der Stadt

Was geht, Oderberg?
Was rennt, was schleicht?
Was humpelt? Was hüpft?
Was rast? Was steht?
Was geht in Oderberg?
Was geht gar nicht?
Was ging früher?
Was geht in der Zukunft?

Das sind Fragen, die uns auf einem gemeinsamen Spaziergang begleiten werden. Dabei sein werden die Kita Rasselbande, eine Schulklasse, der FSV Kickers Oderberg, eine Gruppe von Seniorinnen, eine Jugendclique und viele mehr.

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Diasporic Soundscapes (Foto: Enrico Schefter)
(Foto: Enrico Schefter)

Konzert nebst Stolpersteinverlegung

Diasporic Soundscapes

Sonntag, 21.9.25, 14:00 Uhr

Liz Erber & Heiko Michels
Klezmer – Ladino – Diasporic Soundscapes

Gegen die sich verhärtenden Diskurse ums Jüdische setzten Liz Erber und Heiko Michels das feinsinnige Argument schlängelnd-umschlingender Klänge weltlicher jüdischer Musik. Mit Duo-Gesang zwischen berauschter Chuzpe und warmer Melancholie. Mit Geige und unklassischer Konzertgitarre zwischen Klassik, Pop, Psychoakustik und Gipsy-Tango. Zu erleben sind eingängige jiddische Lieder, spielerische wie ekstatische Instrumental-Variationen auf Klezmer-Themen und hierzulande eher unbekannte Ladino-Canciones, im Judäo-Spanisch der sephardischen Juden. Bei einigen Arrangements darf das Publikum (ohne ein Muss) mitwirken.

Das musikalische Projekt entstand zu den Rathaus-Spielen 2024: Liz und Heiko wurden angefragt, im Rahmen einer Stolpersteinverlegung in Oderberg zwei Lieder zu spielen. Sie entdeckten dabei gemeinsame Klezmer-Wurzeln, und schon bald wuchs das Repertoire abendfüllend, mit Konzerten u.a. im deutsch-polnischen Kulturzug oder auf dem Festival “Brandenbourg, mon amour!“. Die Musiker spielen bei den Rathaus-Spielen zunächst bei der Stolpersteinverlegung (13h) , anschließend als 40-minütiges Konzert auf dem Marktplatz.

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